Wofür soll ich mich entscheiden?



In der Beziehung bleiben oder nicht? Gehen oder nicht? Job wechseln oder nicht? Was habe ich jetzt in der Corona-Herausforderung zu tun? Wie soll ich mich entscheiden? Investieren oder sparen? Kaufen oder warten? Was ist richtig, was ist falsch?

Das einzige was du JETZT tun kannst ist immer wieder in das JETZT zurückzukehren. Es war noch nie anders und gerade JETZT ist die Einladung noch bedeutender die eigenen Innenwelten und Gefühle zu erkunden und aus diesen heraus neu zu gestalten. Wir rasen, wir rennen, wir machen und wir tun. Was ist für mich richtig, was nicht. Schnelle Entscheidungen, Zack, zack.


Glaub mir, als Unternehmer geht mir gerade der Arsch auf Grundeis. Alle Workshops abgesagt, die Anfang des Jahres so gut anliefen. Geringes Einkommen, kaum Geld für Freizeitgestaltung, Investitionen, Pläne, Urlaub usw. Eigentlich sollte ich mich jetzt in den Krisenstand versetzen, alles hinschmeissen und etwas ganz anderes tun. Hauptsache Geld verdienen. Mit doppelter Geschwindigkeit nach vorn rasen und weitermachen. Dazu noch meine Tochter aus vergangener Beziehung, die ich derzeit nicht sehe. Neue Beziehung in den Niederlanden. Wo ist mein Lebensort, wo soll ich hin? Was habe ich auf dieser Welt JETZT zu tun? Von all diesen Fragen bin ich in den letzten Tagen fast verrückt geworden, depressiv. Hin und Her, Hoch und Runter.


Genau hier verbirgt sich die Crux. Aus Angst und Unsicherheit geraten wir in den Überlebensmodus und unsere Fluchtstrategien, basiert auf Angst, aktivieren sich. Fluchtstrategien, dass kann Kampf, Depression, Nichts-Tun, Sich Lustig machen, Bittstellen, Anpassen, Einfrieren, Flüchten, Verschwören, Kühlschrank, Fernsehen, Gaming, Drogen, Sex, Kaufen sein.

Alles Dinge, die letztendlich nur eines wollen: Nicht fühlen wie es JETZT wirklich ist. Nicht bei dir ankommen, nicht bei dir sein. Evolutionär bedingt auch sinnvoll, denn wenn Angst kann auch Tod bedeuten. Daher treibt uns die Angst in diverse Muster. Im Tierreich können wir beobachten, dass der Organismus der meisten Tiere nach lebensbedrohlichen Situationen, ganz natürlich über den Körper das Erlebte herauslässt. Bei Gazellen beispielsweise, wen sie als Beute dem Geparden entkommen, schütteln direkt die gewonnene Flucht mit ihrem Körper ab und kehren sofort in den normalen Lebensmodus zurück.


Wir Menschen haben da etwas mehr Schwierigkeiten. Lebensbedrohliche und beängstigende Situationen, schütteln wir meist nicht so schnell mit unserem Körper ab. Sie bleiben stecken halten sich weiterhin im Körper auf und werden immer wieder erneut getriggert. Trauma. Ein permanentes Überleben entsteht und wir checken gar nicht, was eigentlich abgeht, haben manchmal nie erlebt, was es wirklich bedeutet, JETZT zu leben.

Wie kommen wir in das JETZT?

Wir machen Pause, wir entschleunigen und fühlen alles was kommt. Jegliche Unruhe, jegliche Angst, jeglicher Frust, jegliche Trauer, aber auch jegliche Ruhe und Freude, jeglicher Krampf, jeglicher Schmerz, ohne diesen Zustand nun zu beseitigen. Wir reden darüber was JETZT in uns geschieht. Wir schreiben es in ein Tagebuch. Wir fühlen es, wir sehen es, wir teilen es unseren Liebsten mit, ohne, dass sie für uns etwas damit erledigen/ uns retten oder uns helfen müssten. Wir schreien, wir weinen, wir lachen, wir schütteln uns. Wir machen merkwürdige Geräusche, atmen ein, atmen aus. Wir sind mit dem was IST. Nur das zählt.


Auch an alle die derzeit unter dem Corona-Virus erkrankt sind, um ihr Leben kämpfen, dem Tode nahe sind, gesundheitlich eingeschränkt, emotional belastet oder was auch immer. Dies ist eine offene Einladung mit dem, was jetzt ist zu sein. Mit dem Tod, mit dem Schmerz, mit dem Verlust, mit der Traurigkeit, mit der Anstrengung. Alles als Teil dieses Lebens anzunehmen. Du brauchst nicht mehr gegen das Leben zu kämpfen. Atme ein und atme aus. Jetzt lebst du, genau jetzt in diesem Atemzug

Du brauchst keine Entscheidung zu treffen, dich nicht zwischen A oder B entscheiden, nicht kategorisieren in das was richtig und das was falsch ist. Wenn du eine Entscheidung triffst, dann frage dich gern:


Aus welcher Motivation heraus habe ich diese Entscheidung getroffen?

Welches Gefühl verbirgt sich hinter meiner Entscheidung/ hinter der Motivation?

Verspürst du Angst oder gibt es da Kraft, Verantwortung und Ruhe?


JETZT darfst du dich voll für deine eigene innere Wahrheit entscheiden. Sprich sie aus, sei damit und teile sie mit anderen.


In Liebe

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